Welche Rolle spielt UX bei Plus-Angeboten von Tageszeitungen?

 

Nach dem digitalen Medienumbruch ist eine zentrale ökonomische Notwendigkeit für das Verlagswesen der Aufbau und die Sicherung des Abonnementbestandes. Unter den Bedingungen der Digitalisierung stehen die Verlage mit ihrem Abo-Management vor neuen publizistischen und marketingbezogenen Herausforderungen, denn seit Jahren sinken bei den Zeitungen die Abonnementzahlen und Umsätze. Vor diesem Hintergrund habe ich zusammen mit Eva Brands, M.Sc., einen Beitrag für „Journalistik – Zeitschrift für Journalisforschung“ (Heft 2 / 2022) verfasst: „Das große Plus. Die Bedeutung von digitalen Routinen und User Experience für digitaljournalistische Angebote von Zeitungsverlagen“ (Eva Brands und Konrad Scherfer). Mehr hier

Das neue Fernsehen und der Grimme-Preis

Es steht längst außer Frage: Die TV-Welt hat sich in den letzten Jahren völlig gewandelt. Zwar nimmt die Dauer der Fernsehnutzung nicht ab, aber die Menschen sehen anders fern als früher. Vor allem die Mediennutzung der Jugendlichen ändert sich nachhaltig, ihr Alltag wird von den digitalen Medien geprägt: Für sie steht das World Wide Web an erster Stelle, erst dann kommt das Fernsehen. Und wenn sie Fernseh-Serien gucken, werden diese heute auch von Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon Prime produziert. Und inzwischen zeichnet auch das Grimme-Institut Produktionen aus dem Web aus. Mehr dazu „Im Blickpunkt“.

Ist Netflix das Ende des Kinos?

Bei den Filmfestspielen in Cannes liefen 2017 zwei Produktionen des Streaminganbieters Netflix im Wettbewerb. Das erhitzte die Gemüter. Es kam zum Streit zwischen Festivalleitung, Filmverbänden und Verleihen, mit dem Ergebnis, dass ab 2018 Netflix nicht mehr in Cannes dabei sein darf. Es geht also um die Frage, ob wir Film und Fernsehen in Zeiten von Streaminganbietern neu definieren müssen. Gedanken von mir dazu bei „inside out“, dem Magazin der TH Köln.

Methoden-Band zur Webwissenschaft

In diesem Jahr erschien der erste Methoden-Band zur Webwissenschaft, hrsg. von Helmut Volpers und Konrad Scherfer (LIT-Verlag, Münster). Der Fokus der Methodenauswahl wird durch den Anwendungsbezug bestimmt. „Anwendungsbezug“ meint hier eine Vorgehensweise, die darauf gerichtet ist, Forschungsergebnisse für unmittelbares praktisches Handeln im Web nutzbar zu machen; und über die Analyse von Web-Kommunikaten praktisch verwertbare Erkenntnisse für das real life zu gewinnen. Der Band enthält Beiträge von Michael Burmester, Kai-Christoph Hamborg, Jörg Hoewner, Christian Nuernbergk, Lars Rinsdorf u.a.

Webwissenschaft – Eine Einführung

Die junge Geschichte des World Wide Webs begann um die Jahreswende 1990/91 mit dem Schreiben des Codes für das Web durch den englischen Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee. Seitdem hat das Web das Mediensystem von Grund auf verändert. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Web inzwischen in eine Reihe mit Medien wie Buch, Film, Fotografie, Radio, Fernsehen und Computer getreten ist, deren Errungenschaften die Menschen und die Gesellschaft nachhaltig geprägt und verändert haben. Radikal sind die Auswirkungen der webtechnischen Innovation sowohl für die Medienlandschaft und die Gesellschaft als auch für diejenigen Wissenschaften, die sich mit Medien – deren Geschichte, Inhalten, Formen, Technik, Wirkungen usf. – befassen.

Für die Grundlegung dieser neuen Disziplin, der Webwissenschaft, besteht die Notwendigkeit, diesen Gegenstandsbereich näher auszuloten. Die Wesensbestimmung des Webs verlangt nach einer Reflexion des Medienbegriffs, der Wissenschaftstheorie, der medienspezifischen Ästhetik, der Veränderung des Öffentlichkeitsbegriffs und der gesellschaftlichen Auswirkungen.

Neben den grundlegenden, erkenntnistheoretischen Fragen richtet sich die Webwissenschaft auf Anwendungsbereiche, die webimmanent wirksam sind: Thematisiert werden in dem Band das Design, die Usability-Forschung, der Journalismus sowie die online-journalistische Ausbildung und die Online-Forschung. Einen dritten Gesichtspunkt bildet die Integration von Disziplinen, die die Perspektive des Webs aus ihrer jeweiligen fachlichen Perspektive betonen: Dazu gehören die Ökonomie des Webs, das Medienrecht sowie der Kontext der Suchmaschinenforschung.

Konrad Scherfer (Hg.): Webwisssenschaft – Eine Einführung. LIT: Münster 2008.
Erhältlich im Buchhandel und u.a. bei Amazon.

Inhaltsverzeichnis

I
Ist das Web ein Medium? (Konrad Scherfer)

Warum und zu welchem Zweck benötigen wir eine Webwissenschaft? (Helmut Volpers)

,Diese Site wird nicht mehr gewartet‘. Medienanalytische Perspektiven in den Medienwechseln (Rainer Leschke)

Emergente Öffentlichkeit? Bausteine zu einer Theorie der Weböffentlichkeit (Christoph Ernst)

Das ICH im Web – Auswirkungen virtueller Identitäten auf soziale Beziehungen (Helmut Volpers / Karin Wunder)

Technikgeschichte des Webs (Tom Alby)

II
Visuelles Denken im Interaktions- und Webdesign (Cyrus Khazaeli)

Das fotografische Bild im Web (Anja Bohnhof / Kolja Kracht)

Qualität im Web – Interdisziplinäre Website-Bewertung (David Kratz)

Für eine neue Poesie der Neugier. Das Web verändert den Journalismus – nicht nur online (Mercedes Bunz)

Das Web braucht Spezialisten, keine Generalisten. Zur Notwendigkeit einer webspezifischen Professionalisierung in der Ausbildung (Petra Werner)

Online-Forschung im Web – Methodenschwerpunkte im Überblick (Simone Fühles-Ubach)

III
Im Spiel der Moden? – Das Web in der Wirtschaft, die Wirtschaft im Web (Jörg Hoewner)

Medizin im Web (Martina Waitz)

Das Web und das Medienrecht (Bernd Holznagel / Thorsten Ricke)

Suchmaschinenforschung im Kontext einer zukünftigen Webwissenschaft (Dirk Lewandowski)